
es tut uns leid - sie sind
gefeuert!
Auszüge aus den Kritiken, Januar 2006
Kann man das Thema „Arbeitslosigkeit in Zeiten
der New Economy“ spannend, bissig und humorvoll auf die Bühne bringen, ohne in
geschmackloses Boulevardtheater abzugleiten? [...]
Um so mehr geriet die Umsetzung durch Jochen Strauch (Regie) zu einer positiven Überraschung. Mit einer
Wahnsinnsenergie, trieben die Darsteller
den Plot voran und bewiesen beim raschen Rollenwechsel ihre Vielseitigkeit [...]

Peter Hallam (fantastisch: Johannes Simons), nach
24 Jahren vom eiskalten Jungspund Jason Skudder (cool: Björn Klein) aus seinem
Job gedrängt, verliert alles – Haus, Frau, Freunde. Doch angetrieben von seiner schrägen
Schwiegermutter (sexy: Sibylle Hellmann) verharrt er nicht in der Opferrolle,
sondern sinnt auf Rache – als moderner Graf von Monte Christo.
Der Einsatz der guten alten Drehbühne (in moderner Form) unterstreicht die
mitreißende Dynamik der Handlung. Lässt Hallam sich anfangs naiv auf dem
Karrierekarussell mitschaukeln, so ist er es, der – zunächst mit Mühe und dann
immer spielerischer – Richtung und Geschwindigkeit bestimmt.
[...]

Unsere Bewertung: Auf keinen Fall verpassen!
Stadtzeitung Wilhelmshaven, 23.01.2006

Landesbühne gelingt zeitkritische
Inszenierung ohne Polemik
...] Gastregisseur Jochen Strauch gelang ganz unauffällig der Balanceakt zwischen
ernst und heiter. Keine Situation wurde ins Lächerliche gezogen oder zum Klamauk
abgestempelt. Dazu baute Frank Albert als Gast ein imponierendes Bühnenbild, das
in Form eines Würfels auf der Drehbühne zu den wechselnden Szenen die passenden
Räume präsentiert.
Mit der bissigen Satire Es tut uns leid Sie sind gefeuert geißelt der
Autor Andreas Neu die Moral der Manager in so mancher Chefetage der heutigen
Arbeitswelt. Andreas Neu hat den Roman Sorry, we’re going to let you go... You
are fired! von Graham Lord als Vorlage genommen, in dem der englische
Romanverfasser sein journalistisches Berufsleben fixiert. Am Sonnabend war
Premierenvorstellung im Stadttheater. Die Handlung ist aktuell bis in die
Haarwurzeln, und reizt zu dem Fingerzeig:
Du bist Peter Hallam!

Das Publikum nimmt die witzigen Pointen heiter eingestimmt auf und schluckt
ungerührt die tragischen Momente. Auch das scheint dem Leben abgelauscht [...]
Autor Andreas Neu, kurzfristig aus Berlin angereist [...], war mit der
Wilhelmshavener Inszenierung einverstanden. Das Publikum kann das nur bejahen.
Damit hat die Landesbühne ein aktuelles Zeitstück auf die Bühne gestellt, das
sich kritisch und ohne Polemik mit dem grassierenden Zeitgeist auseinandersetzt.
Jever Wochenblatt, 23.01.2006

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