
der geizige
Auszüge aus den Kritiken, März 2007
Sonnabend war Premiere des
zweistündig kompakten Vergnügens.
Zielstrebig schnörkellos und ohne zeitgeistliches Räsonnieren setzt Strauch
Pointe auf Pointe. Er bremst sich nicht damit aus, den grob skizzierten Typen
charakterliche Tiefe zu verleihen, der sie für die Handlung nicht bedürfen.
Der Illusion natürlichen Spiels war Molière schließlich nicht verpflichtet.
Ausstatterin Annette Mahlendorf hat dem Ensemble für dieses Kabinettstück ein
pavillionartiges elegantes Halbrund mit vier Türen und roter Sitzinsel
geschaffen [...] Hier treffen nun Alt und Jung dramatisch aufeinander, denn das
Geld ist letztlich nicht Motor der Konflikte sondern nur Instrument väterlicher
Herrschaft [...]

Das Publikum ist von der
komödiantischen Allgewalt zunächst wie geplättet. Nachdem die bisherige
Spielzeit wenig Gelegenheit zu freimütigem Lachen bot, trauen die Zuschauer sich
erst nach der Pause, ihre Heiterkeit vernehmlich kundzutun [...]
Am Ende scheitert auch Strauch an der Absurdität der Handlungskonstellation. Die
Posse, die die Kinder dem alten Harpagnon vorspielen, die ihm sein Geld zurück
und die geliebte Mariane in die Arme seines Sohnes gibt [...]
Doch das ist eine Konzession an das von der hochkomischen
Eröffnungsszene sich stetig steigernde Tempo. Die müden Autoren der ins Kraut
schießenden Comedy-Serien sollten sich ein Beispiel daran nehmen, wie man mit
dieser Inszenierung in Wilhelmshaven genussvoll unterhalten wird. Ein wunderbar
heiterer Abend für die Seelenhygiene.
Wilhelmshavener Zeitung, 05.03.2007

Die Premieren-Aufführung bot fast zwei Stunden kurzweilige und spritzige Unterhaltung mit einem spielerisch glänzend aufgelegten Thomas Hary als alter Geizkragen Harpagnon [...] Die Strauch-Inszenierung mit Drehbühne (mal Salon, Speise- oder Empfangsraum, mal vor der Tür oder im Garten) und der Ausstattung von Annette Mahlendorf wird von dem Ensemble mit Schwung und Witz zur Aufführung gebracht.
Jever Wochenblatt, 05.03.2007
