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Die Schriftstellerin Thea Dorn lässt die Diva in der Nacht vor ihrem Tod auf
jene andere Deutsche treffen, die ihr filmisches Talent in den Dienst der Nazis
gestellt hatte, die die Emigrantin mehr als ein Jahrzehnt überleben sollte und
bis zum Schluss alle Verantwortung für ihr Tun von sich gewiesen hat: Leni
Riefenstahl.
[...]
Aber sind sie deshalb
Zwillingsschwestern, zwei Seiten eines Wesens, wie Thea Dorns Stücktitel "Marleni"
nahelegt?
Der Gastregisseur Jochen Strauch gibt darauf im Verlauf des Abends
eine klare Antwort.
[...]
Thea Dorns fiktive Begegnung führt zu zwei Lebensbeichten, die in Wahrheit
keine sind [...]
Das verdeutlicht Gastregisseur Jochen Strauch mit mehreren auf das Kopfende
des Bettes projizierten Videoeinspielungen, in denen Leni Riefenstahl - das
Original - die vielen einvernehmlichen Treffen mit Goebbels im Jahr 1933
vehement abstreitet und das Interview schließlich abbricht.
Diese und andere entlarvende Bilder, etwa ihre
begeisterten Eigenkommentare zur Kamera-Arbeit beim Reichsparteitagsfilm - sind stärker als Thea Dorns gesamtes Stück.

Langanhaltender, stürmischer
Beifall für eine starke Inszenierung [...]
Nordseezeitung/ Nordwestdeutsche Zeitung Bremerhaven, 30.05.2005