
westworld
Auszüge aus den Kritiken, November
2005
Mittagspause
in der Schaltzentrale einer international operierenden Großbank.
Direktor Herkenströter plaudert mit seiner besten Fondsmanagerin Clarissa
Morgentau. Zwischen zwei Bissen hat sie gerade mit zwei Handy-Anrufen 200.000
Dollar „gemacht“. In die Welt der Großfinanz führt Ulrike Dietmann die Zuschauer
in ihrem jüngsten Theaterstück „Westworld“. Die Autorin schildert nicht nur die
glitzernd-kalte Welt der Banken, die ohne Skrupel unter Umständen über ganze
Volkswirtschaften entscheiden können. Sie baut eine Gegenwelt auf, die
schließlich im Dritte-Welt-Laden endet. Aus Bankhaien werden Idealisten, die
fairen Kaffee verkaufen wollen. So ganz lässt die Katze das Mausen jedoch nicht.
Clarissa, die zwischenzeitlich in der Psychiatrie gelandet war, will mit den
alten Methoden ihren neuen Sozialfonds am Markt platzieren.
[...]

Regisseur Jochen Strauch inszeniert die „Satire aus der globalen
Finanzwelt“ mit Tempo und über weite Strecken als schrilles Kabarett. Bis in die
Körperhaltung werden die verbogenen Charaktere vorgeführt. Als Einlage
unterstreicht der Regisseur immer wieder die Zwischenfrage: Wo bleibt der Mensch
im heutigen Big Business? Besonders beim jüngeren Publikum kam der
Finanzthriller gut an.
DPA, 27.11.2005

Gelungene Uraufführung am
Theater Lübeck: Jochen Strauch hat Ulrike Dietmanns Kapitalismus-Satire
"Westworld" mit dem Blick fürs Wesentliche inszeniert.
[...]
Das Verdienst dieses Stücks liegt nicht darin, dass es irgendwelche neuen
Erkenntnisse hervorbrächte. In seiner Charakterisierung der Finanzwelt geht es
nicht über Klischees hinaus - Geldgier, Zynismus, Kälte. Das Verdienst besteht
darin, dass es die längst gewonnenen Erkenntnisse ins Extrem steigert.

Jochen Strauchs Inszenierung setzt mit
Erfolg auf die Extreme.
Sie zeigt Menschendarsteller, die in einer absurden
und deshalb oft komischen Welt orientierungslos hin- und herrasen.

In der zu Tode designten Welt (Ausstattung: Nikolaus Porz) gibt es keinen Schmutz und keinen Verfall. Die Menschen altern nicht und reifen nicht, sie zerbrechen und landen in der Psychiatrie – oder sterben [...]
Lübecker Nachrichten, 27.11.2005

Fotos by Björn Hickmann, Stage-Picture.
Ausstattung von Nikolaus Porz >> mehr Fotos unter
www.nikolausporz.de
Musik von Arno Kraehahn >>
www.bornlab.com