Theater machen

Marleni

Marleni

von Thea Dorn
Premiere: 27.05.2005
Stadttheater Bremerhaven
Ausstattung: Peter Lehmann

…] Die Schriftstellerin Thea Dorn lässt die Diva in der Nacht vor ihrem Tod auf jene andere Deutsche treffen, die ihr filmisches Talent in den Dienst der Nazis gestellt hatte, die die Emigrantin mehr als ein Jahrzehnt überleben sollte und bis zum Schluss alle Verantwortung für ihr Tun von sich gewiesen hat:

Leni Riefenstahl. […] Aber sind sie deshalb Zwillingsschwestern, zwei Seiten eines Wesens, wie Thea Dorns Stücktitel „Marleni“ nahelegt?

Jochen Strauch gibt darauf im Verlauf des Abends eine klare Antwort. […] Thea Dorns fiktive Begegnung führt zu zwei Lebensbeichten, die in Wahrheit keine sind …]

Das verdeutlicht Gastregisseur Jochen Strauch mit mehreren auf das Kopfende des Bettes projizierten Videoeinspielungen, in denen Leni Riefenstahl – das Original – die vielen einvernehmlichen Treffen mit Goebbels im Jahr 1933 vehement abstreitet und das Interview schließlich abbricht. Diese und andere entlarvende Bilder, etwa ihre begeisterten Eigenkommentare zur Kamera-Arbeit beim Reichsparteitagsfilm – sind stärker als Thea Dorns gesamtes Stück.

Langanhaltender, stürmischer Beifall für eine starke Inszenierung!

Nordseezeitung/ Nordwestdeutsche Zeitung Bremerhaven, 30.05.2005

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